Vom "Bauderverein" zur "Bauder-Kantorei"

Hier können Sie den Flyer der Bauder-Kantorei herunterladen!

Hier können Sie die Bauder-Kantorei hören!

 

Im Sulzer Jubiläumsjahr – 725 Jahre Markt- und Stadtrechte – werden viele Aktivitäten entwickelt, um die Bedeutung und Entwicklung unserer Stadt durch diese Verleihung in Erinnerung zu bringen.


Auch die „Bauder-Kantorei Sulz“, die bis vor kurzem noch als „Bauderverein“ das kirchliche Leben in Sulz bereicherte, wird ihren Teil dazu beitragen.


Die Namensänderung vom „Verein“ zur „Kantorei“ passt gut in das Jubiläumsjahr. Hat doch unser evang. Kirchenchor durch die Namensgeberin „Christiane Gottliebin Bauder“ einen sehr engen Bezug zur Sulzer Stadt-geschichte. Ihrem Vater „Dekan Johann Georg Bauder“ wurde 1793 vom  Sulzer Magistrat das Dekanatsamt mit 18 Pfarreien übertragen. Als 1794 der große alles vernichtende Stadtbrand unsagbares Elend über Sulz brachte, richtete Dekan Bauder u.a. mit seiner weit über die Region hinaus Beachtung findenden „Brandpredigt“ die Bevölkerung wieder auf und gab ihr Trost und Hoffnung.


Tochter Christiane Gottliebin Bauder hatte Not, Elend und Verzweiflung der Menschen, aber auch deren unbeschreibliche Zuversicht und Tatkraft als 18-jährige miterlebt. Beeindruckt von dem Wiederaufbau und aus Verbundenheit zu ihrer Stadt und deren Menschen, wollte auch sie etwas Bleibendes schaffen. So gründete sie 1817 als 40-jährige eine Stiftung zur „Beförderung des religiosen Gesangs“. Es entstand die „Bauder’sche Gesangsanstalt“ die mit einigen Jahren Unterbrechung auch heute noch als „ältester Kirchenchor Württembergs“ aktiv ist.


Da unter der Bezeichnung „Verein“ nicht unbedingt das Wirken eines Kirchenchores zu vermuten ist, wurde nunmehr das von Christiane Gottliebin Bauder formulierte Stiftungsziel in der neuen Namensgebung „Bauder-Kantorei“ transparenter.

Was ist eigentlich eine Kantorei?
Der Begriff „Kantorei“ hat seinen Ursprung bereits im 16. Jahrhundert. Hauptaufgabe der Kantoreien war die Aufführung von anspruchsvoller mehrstimmiger Kirchenmusik bei Gottesdiensten, Hochzeiten und Beerdi-gungen. Durch die kirchenmusikalische Erneuerungsbewegung im 20. Jahrhundert ist diese Bezeichnung heute für evangelische Kirchenchöre wieder häufiger gebräuchlich.
Die Sulzer Bauder-Kantorei wird bestrebt sein, den hohen Ansprüchen einer guten Kantorei stets gerecht zu werden.
Die Stifterin Christiane Gottliebin Bauder hätte bestimmt ihre Freude an dem Wirken der Bauder-Kantorei.

Bauder-Kantorei Sulz

Ca. 35 Chormitglieder treffen sich dienstags von 20.00 Uhr bis 21.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in der Kanalstraße zur Probe. (Ab 19.30 Uhr treffen wir uns zur "freiwilligen" Stimmbildung.)

 

Die Chorsänger/-innen sehen ihre Hauptaufgabe darin, Gottesdienste an Sonn- und Festtagen etwa 12 mal im Jahr musikalisch mitzugestalten und mit ihrem Singen Gott zu loben.

 

Chorsätze aus verschiedenen Epochen werden einstudiert. Aufführungen von umfangreichen Kompositionen (z.B. Kantaten, J.S. Bachs Weihnachtsoratorium, Mozart-Messen, Mendelsohn-Motetten u.a.) mit verstärktem Chor und Orchesterbesetzung bilden Höhepunkte in der Chorarbeit.

 

Jahresfeier, Ausflüge, Ausgehabend vor den Sommerferien und "Nachklang" (wer Lust hat) tragen zur Geselligkeit bei.

 

Singen macht Freude

Singen ist gesund

Singen tröstet

Singen muntert auf

Singen macht fröhlich

Singen bildet gute Gemeinschaft

 

Möchten Sie gerne mitsingen?

Herzliche Einladung !!!

Melden Sie sich bei der Chorleiterin Erika Rieder, Tel.: 07423/4453


 

 

Chorrat:

Gerlinde Bach

Karl Mutschler, Telefon 07454/2728

 

 

Termine 2019:

24. März - Gottesdienst

19. April - Passionskonzert Karfreitag 17 Uhr

19. Mai - Gottesdienst Sonntag Kantate

09. Juni - Gottesdienst Pfingsten

21. Juli - Gottesdienst

22. September - Gottesdienst

20. Oktober - Gottesdienst

17. November - Gottesdienst und Singen Friedhof Volkstrauertag

22. Dezember - Weihnachtskonzert 17 Uhr

24. Dezember - Gottesdienst Heilig Abend

 

 

Rückblick

Aufgeführte größere Werke der Bauder-Kantorei

J.S.Bach

Weihnachtsoratorium Teile I-VI BWV 248

Kantaten

Nun komm, der Heiden Heiland BWV 61

Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut BWV 117

Gott der Herr ist Sonn und Schild BWV 79

Ein feste Burg ist unser Gott BWV 80

Wachet auf ruft uns die Stimme BWV 140

Herz und Mund und Tat und Leben BWV 147

Motetten

Jesu meine Freude BWV 227

Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf BWV 226

Choräle aus d. Matthäus- und Johannes Passion

W.A. Mozart

Requiem KV 626

Krönungsmesse KV 317

Missa brevis in D KV 194

Missa brevis in B KV 275

Missa brevis in F KV 192

G.F. Händel

Der Messias

A. Dvorak

Messe in D op. 86

A.Vivaldi

Gloria

F. Mendelssohn-Bartholdy

Aus tiefer Not schrei ich zu dir - op. 23 Nr. 1

Wer nur den lieben Gott lässt walten

Hör mein Bitten - Hymne n. Ps. 55

Verleih uns Frieden

Christe du Lamm Gottes

O Haupt voll Blut und Wunden

Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir

Ich harrete des Herrn

Laß o Herr mich Hilfe finden

F. Durante

Magnificat

J.C.F. Bach

Ich lieg und schlafe ganz in Frieden - Motette

D. Buxtehude

Fürwahr er trug unsere Krankheit BuxWV 31

Cantate Domino

Alles was ihr tut

H. Schütz

Also hat Gott die Welt geliebt

Vater unser

I. Reimann

Pastoralmesse in C

J. Haydn

Die Schöpfung Hob XXI:2

Franz Schubert

Deutsche Messe

 

 

Joseph Haydn, „Die Schöpfung“ Konzert der Kantoreien Sulz und Schramberg am 21. Oktober 2018 in der Stadtkirche Sulz

Von Petra Haubold, Schwarzwälder Bote

 

Mit viel Feingefühl und emotionalem Schwung haben

die beiden Kantoreien das berühmte Joseph-Haydn-Oratorium großartig umgesetzt.

Der Beifall wollte nicht enden nach der meisterlichen Aufführung der „Schöpfung" von Joseph Haydn. Voll besetzt war die evangelische Stadtkirche am Sonntagabend.

 

Die beiden Kantoreien Sulz und Schramberg hatten sich zusammen mit drei Solisten, musikalischen Begleitern und dem Orchester Cappella Vivace aus Rottweil viel vorgenommen, wurden aber der selbstgestellten Aufgabe glänzend gerecht. Die vielen Zuhörer applaudierten gleichermaßen begeistert der Bauder-Kantorei, der evangelischen Kantorei Schramberg, dem Solistentrio mit Sopranistin Claudia Habermann, Tenor Marcus Elsäßer und Bass Steffen Balbach, sowie dem Orchester Cappella Vivace aus Rottweil, die großartig miteinander harmonierten und der musikalischen Schöpfungsgeschichte virtuosen Glanz und viel Eindringlichkeit verliehen. Sonderbeifall erhielt dabei Bezirkskantorin Judith Kilsbach für die Gesamtleitung dieses Werkes.

Haydns „Schöpfung“ gilt als anspruchsvoll und konnte bei der Uraufführung 1798 einen sensationellen Erfolg verbuchen. Musikalisch nachgezeichnet wird die Entstehung der Erde, wie sie die Bibel beschreibt. So bildhaft, wie Joseph Haydn die Musik komponiert hatte, kam sie auch bei den Besuchern an: Mit viel Feinsinn für Haydns klangsymbolische Effekte folgten alle über 120 Mitwirkenden zuverlässig und überzeugend Judith Kilsbachs präzisem Dirigat. Die Naturgewalten mit ihren stürmischen Winden, Regen und Wolken, Blitz und Donner waren bei der instrumentalen Eingangs-Ouvertüre förmlich zu spüren. Das aufbrausende Meer, Hügel und Felsen sah man gedanklich ebenso wie die Charaktere der verschiedenen Tiere. Bläser, Streicher und die Pauke boten den klangreichen Rahmen. „Rollend in schäumenden Wellen bewegt sich ungestüm das Meer“, sang Solist Steffen Balbach so bezwingend intensiv und dabei strahlend klar, dass die Wirkung auf die Besucher sichtlich groß war. Er steuerte seine Bassstimme „leise rauschend“ und fließend-sanft „im tiefen Tal“. Wer im gut verständlich gestalteten Programmheft das musikalische Geschehen verfolgte, den erreichte der gesungene Text mit emotionaler Kraft. Das Wissen um die Schöpfungsgeschichte kommentierten gesanglich die Solisten als Erzengel Gabriel, Uriel und Raphael, sowie als Adam und Eva bei den ausdrucksstarken Rezitativen, Arien und Duetten. Die beiden Chöre überzeugten mit schönen Stimmen und einem harmonischen Miteinander sowohl bei den leisen Tönen, als auch bei den jubelnden, fröhlichen Chorliedern „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ und „Stimmt an die Saiten“. Tenor Marcus Elsäßer „verkündigte den vierten Tag mit himmlischem Gesang“ recht leichtfüßig und besang den „bunten Federglanz der munteren Vögel Schar“ klangschön und heiter. Im Terzett erschien im zweiten Teil nämlich die Tierwelt und mit ihr eine hörbare Sangesfreude der Solisten. Ausgezeichnet meisterte Claudia Habermann ihre schweren Partien als Engel Gabriel. Die Sopranistin durchpflügte in ihrem Solo „Mit Staunen sieht das Wunderwerk“ brillant die Tonleiter. Einen großartigen Hörgenuss bot sie auch mit Bassist Balbach beim Adam-und-Eva-Duett „Von deiner Güt, o Herr und Gott“, eine der schönsten Arien der Klassik. Voller Hoffnung und Zärtlichkeit war das klar gesungene „Doch ohne dich, was wäre mir“. Tiefgründig, bestrickend und kunstfertig erklang „Mit dir erhöht sich jede Freude“. Das Orchester Cappella Vivace war nicht nur sicherer Begleiter, sondern gestaltete sorgfältig die instrumentalen Stücke. Fast zwei Stunden lang, nur unterbrochen von einer kurzen Pause nach dem zweiten Teil, gaben alle Akteure den musikalischen Feinheiten der „Schöpfung“ Ausdruck. Im jubelnden Schlusschoral „Singet dem Herren alle Stimmen“ vereinten sich Solisten, Chöre und Orchester in fröhlicher Dankbarkeit.

Kantatengottesdienst zur Reformation und zum 200. Geburtstag der Bauder-Kantorei, 31. Oktober 2017

Viel Beifall gab es für alle Akteure beim Jubiläums-Festgottesdienst mit der Bauder-Kantorei in der Stadtkirche.

Fritz Kopf freute sich über die Replik der Stiftungsurkunde aus den Händen von Bürgermeister Gerd Hieber.

Von Petra Haubold, Schwarzwälder Bote

 

Über den Kampf des Guten gegen das Böse

„Ein feste Burg ist unser Gott“: Bachs berühmte Kantate zum Reformationsfest füllte die Stadtkirche zum 200. Geburtstag der Bauder-Kantorei.

 

Die Bauder-Kantorei, das Stuttgarter Kantatenorchester, ein Blechbläserensemble aus Ludwigsburg und vier Solisten führten Bachs Choralkantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ auf. Ein klangvolles Zeichen für die Kraft des Glaubens überzeugte beim Jubiläumsgottesdienst in der vollbesetzten Stadtkirche.


Einen so großen Zustrom hat Stadtkirche wohl lange nicht mehr erlebt: Über 500 Zuhörer wollten sich Johann Sebastian Bachs berühmte Choralkantate zum Reformationsjubiläum nicht entgehen lassen. Sie erlebten eine konzentriert dargebotene Aufführung, die vom ersten bis zum letzten Takt daran erinnerte, dass die feste Burg des Glaubens auch heute den Fratzen des Teufels zu trotzen vermag. Unter der engagierten Leitung von Erika Rieder hatten die gut 40 Chorsänger und die Instrumentalisten die Fassung von Sohnemann Wilhelm Friedemann Bach mit zusätzlichen Trompeten einstudiert. Schon der kunstvoll durchkomponierte Eingangschor beim Choral „Ein feste Burg“ beeindruckte mit einer Reihe von Variationen, Klangfarbenvielfalt und hohem Ausdrucksvermögen. Luthers Choral wurde von Beginn an nicht nur virtuos vom Chor dargeboten. Auch die Oboen und die Bassinstrumente setzen in dieser kunstreichen Motette sofort ein. Im Duett sangen Sopranistin Uta Mittelbach und Michael Meyer als Basssänger das Bekenntnis „Mit unserer Macht ist nichts getan“. Untermalt von Violinen ging die Musik direkt ins Herz. Der bittenden Sopranarie „Komm in mein Herzenshaus“, die von Gerhard Ziegler auf dem Kontrabass und von Naoko Fendrich auf der Orgel begleitet wurde, waren ganz zarte Töne angehaftet. Dekan Ulrich Vallon skizzierte einen Spannungsbogen vom Jahr 1517 bis heute und freute sich insbesondere über ein „besonderes Fest“, das heuer den Geburtstag der Bauder-Kantorei anzeige. Die ursprünglichen Ziele der Sänger seien heute noch aktuell. „Wenn wir jetzt die Klänge der Bach´schen Kantate hören, befinden wir uns in direkter Nachbarschaft mit dem Himmel“, so der Dekan. Schließlich habe das bekannte Luther-Lied, quasi „als protestantische Nationalhymne“, im evangelischen Gesangbuch seinen Platz unter der Rubrik „Angst und Vertrauen“ schon längst gefunden. Dass Luther zwar wohl zu den Meistern des Wortes gehörte, dabei aber wusste, dass Musik die Menschen viel besser erreichen kann, als jedes gesprochenen Wort, beschrieb der Dekan in seiner Predigt anhand von Beispielen. „Damals hatten seine Lieder eine ähnlich elektrisierende Wirkung, wie heute die Fan-Gesänge im Stadion“. Ulrich Vallon zeichnete in seiner Predigt die Strophen des Luther-Liedes nach. Er betonte, dass die Choräle der Reformation allesamt auf Zuversicht, Hoffnung und Vertrauen fußen und „der Angst, dem Terror und dem Tod die Macht nehmen“. Einstimmig erklang die dritte Strophe „Und wenn die Welt voll Teufel wär“, bevor die Gemeinde beim Kirchenlied „Ist Gott für mich, so trete“ mitsingen durfte. Das innig gesungene Duett von Altistin Kerstin Wagner und Tenor Reto Raphael Rosin „Wie selig sind doch die, die Gott im Munde tragen“ war durchflocht von stimmlichem Glanz und transparenter textlicher Klarheit. Hier wurde glasklar artikuliert, jeder Konsonant und jeder Vokal war zu hören. Besonders gut gelang das Tenor-Rezitativ „So stehe dann bei Christi blutgefärbter Fahne“, bei dem es zu jeder Phrase einiges zu entdecken gab, was der Dekan in seiner Schriftenlesung auch schon entfaltet hatte. Der Schlusschoral „Das Wort sie sollen lassen stahn“ vereinigte nochmals Horn, Oboen, Violinen, Trompeten, Pauke und Sänger zu einem strahlenden Ganzen, das wunderschön Anfang, Mitte und Schluss dieser Reformations-Kantate verband. Der langanhaltende Beifall und die melodische Zugabe mit dem mehrstimmig gesungenen Eingangslied waren ein würdiges Ende für einen gelungenen und liebevoll organisierten Festgottesdienst. Zum Geburtstag der Kantorei überreichte Bürgermeister Gerhard Hieber im Anschluss des Festgottesdienstes eine Replik der Gründungsurkunde an Kantorei-Mitglied Fritz Kopf. (Siehe unten)

 

Gründungsurkunde im Festgottesdienst übergeben

 „Die Stifterin Christiane Gottliebin Bauder hätte bestimmt ihre Freude an dem Wirken der Bauder-Kantorei gehabt, denn ohne sie gebe es die Kantorei heute so nicht“, sagte Bürgermeister Gerhard Hieber, der nach dem Festgottesdienst allen Beteiligten für ihr Engagement dankte. Die Bauder-Kantorei sei heute ein wichtiger Kulturträger und trage mit viel Leidenschaft dazu bei, dass die Musik hochgehalten werde. Zudem sei die Kantorei der älteste aktive evangelische Chor in der Region. Der Bürgermeister gab einen kurzen Abriss über das Leben der Gründerin und versetzte die zahlreichen Besucher in die Zeit vor zweihundert Jahren. Christiane Gottliebin Bauder sei als Tochter des Dekan Johann Georg Bauder sehr religiös und auch der Musik zugewandt gewesen. Als junges Mädchen habe sie Not, Elend und Verzweiflung der Menschen, aber auch deren unbeschreibliche Zuversicht und Tatkraft zur Zeit des großen Stadtbrandes miterlebt. Beeindruckt von dem Wiederaufbau und aus Verbundenheit zu ihrer Stadt und deren Menschen gründete sie 1817 als eine Stiftung zur „Beförderung des religiösen Gesangs“. Es entstand die „Bauder’sche Gesangsanstalt“, die mit einigen Jahren Unterbrechung auch heute noch als ältester Kirchenchor Württembergs aktiv ist. Mit dem Einsatz von 3000 Gulden wollte die Stifterin die musikalische Ausbildung in Sulz fördern und ein Teil des Geldes war für den Gottesacker, dem heutigen Friedhof bestimmt. Fritz Kopf freute sich sichtlich über die Replik der Stiftungsurkunde.

Passions-Konzert der Bauder Kantorei in der Stadtkirche Sulz, 14. April 2017

Tief greifende Einstimmung auf Ostern

Mit Johann Sebastian Bach und Dietrich Buxtehude ging es in die Ostertage: Die Bauder-Kantorei präsentierte die Leiden Christi von der Bibellesung bis zum musikalischen Kunstwerk.

Sulz. „Musik zur Passion“ -unter diesem Titel stand das Konzert, zu dem die Bauder-Kantorei an Karfreitag eingeladen hatte. Viele folgten der Einladung: die Stadtkirche war gut besetzt. Fast 50 Sänger und Instrumentalisten machten nachdenklich und begeisterten. Als eine Art Gesamtkunstwerk erschien die Aufführung, die anschaulich vom Garten Gethsemane nach Golgatha leitete.

Mit lang anhaltendem Applaus bedankten sich die Zuhörer für über eineinhalb Stunden schönster Musik – und durften sich sogar über eine Zugabe freuen. Selten kann man wohl die Leidensgeschichte Jesu so dramatisch und in seiner Quälerei so aktuell berührend erleben, wie es Erika Rieder und ihrem Ensemble an diesem Karfreitagabend gelungen ist. Mit der Musik von Johann Sebastian Bach, aber auch von Homilius, Löwe und Buxtehude wurde das Passionsgeschehen auf eindrückliche Weise nahe gebracht. Als Hauptwerk erklangen die zwölf Choräle aus der Bach´schen Matthäuspassion. Die Chorleiterin bediente mit ihren gut vorbereiteten Sängern, den drei Solisten und einem Instrumentalsextett gewohnt souverän das breite Spektrum dieser berühmten Choralmusik. Da waren einerseits die flüssig und erfreulich feinsinnig vorgetragenen Gesänge, andererseits die das Geschehen kommentierenden und deshalb spannenden Bibeltexte aus dem Matthäusevangelium, die Dekan Ulrich Vallon rezitierte. Wehmütig und schmerzvoll klagend begann gleich der Chor mit „Herzallerliebster Jesu, was hast du verbrochen“ und unterstrich das Zusammenspiel zwischen den Chorsängern und den Violinisten Christine Schneider, Tabea Schneider, Nathalie Schneider und Roman Rucker, sowie Martin Schneider am Cello. An der Orgel begleitete Janina Schaible mit viel Sensibilität. Besonders erhaben klang die von Ruth Fink vorgetragene Sopranarie „Wiewohl mein Herz in Tränen schwimmt“. Wie Jesus Christus als Opferlamm sein Leben hingab, um die Menschen zu erlösen, war zentraler Bestandteil der Heilsbotschaft, die der Dekan zwischen den einzelnen Chorälen nacherzählte. Mit dem berühmten Paul Gerhardt-Lied „Befiel du deine Wege“ brachten die Sänger eine bewegende und angesichts beunruhigender Zukunftsszenarien fast schon festliche Stimmung in die Kirche. Wunderbar setzte die Kantorei etwa beim Choral „O Haupt voll Blut und Wunden“ den Schmerz des Leidens am Kreuz um, der zwischen tiefem, bedrohlichem und verzweifeltem, traurigen Klang wechselte. Der ausdrucksstarke Choral „Wenn ich einmal soll scheiden“ ließ noch lange nachwirken. Getragen von der guten Akustik der Kirche sang schließlich ein kleines Ensemble des Chores die Motette „Tristis est anima mea“ von Johann Kuhnau, dem Amtsvorgänger von Johann Sebastian Bach als Thomaskantor in Leipzig. Dieser Musik verliehen die Sänger eine besondere Innigkeit und große Emotionalität. Mehrstimmig brachte das Gesangsensemble dann „Siehe, das ist Gottes Lamm“ aus der Markuspassion von Gottfried August Homilius zu Gehör, von den Instrumentalisten sorgfältig begleitet. Die Motette „Dank sei dir Herr durch alle Zeiten“ von Carl Löwe, die sich durch eine klare Schlichtheit auszeichnete, spiegelte die Hoffnung auf Frieden wider. Bei Buxtehudes Kantate „Fürwahr er trug unsere Krankheit“ meisterten Christine Röhrig und Wolfgang Lacha ihre schwierigen Soloparts bravourös. Die fast schon ungewohnte Sprödigkeit in dieser Musik machte die biblische Botschaft zu einer bewegenden Predigt. Der Schlusssatz „Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten“ unterstrich einmal mehr die christliche Hoffnung des Osterfestes.

Text und Fotos: Petra Haubold, Südwestpresse

Jahresfeier am 10. Januar 2017

Von Ingrid Vögele

Sulz. Hochkarätige Ehrungen standen im Mittelpunkt der Jahresfeier der Bauder-Kantorei, die Gemeinschaft bestätigend, welche die Leiterin Erika Rieder als besonderes Merkmal hervorhob. Und die Gemeinschaft sorgte auch für den passenden geselligen Rahmen dieser Auszeichnungen. Eine Mozartsonate eröffnete den Abend im evangelischen Gemeindehaus. "Hab oft im Kreise der Lieben", die wohltuende Wirkung des Singens in Gemeinschaft wurde wieder in einem Duett bewusst gemacht. Musik, Ehrungen und lustige Beiträge sollen im Mittelpunkt des Abends stehen, betonte Karl Mutschler und augenzwinkernd begrüßte er dazu auch "Chormitglieder aus höheren Regionen wie Holzhausen, Weiden und Marschalkenzimmern". "Herr Gott, dich loben wir", der "Lieblingsschlager" der Sänger, leitete über zu einem launigen Telefonat von Traude Kirchner mit einer Sangesschwester. Der Rückblick auf 2016 von Rieder beinhaltete die monatliche Gottesdienstgestaltung und Glanzpunkte wie das Herbstkonzert, die Verabschiedung von Pfarrer Schärer und den heiligen Abend. Sie dankte ihren 31 Sängern für ihren Einsatz in 43 Gesamtproben, vielen Register- und Sonderproben, ebenso ihrer Schwester Ruth Finckh für die professionelle Stimmbildung. Ihr Dank galt auch den drei Vorständen für die reibungslose Zusammenarbeit. Im Jubiläumsjahr 2017 wird am Karfreitag ein Passionskonzert aufgeführt und am 24. September ist eine weitere Aufführung als Beitrag zum Lutherjahr vorgesehen. Am 31. Oktober steht das eigene 200-jährige Jubiläum der Bauder-Kantorei an, gefeiert mit der festlichen Kantate "Ein feste Burg ist unser Gott". Ein zartes Duett leitete über zu den Ehrungen. Für 75 Jahre aktives Singen konnte Mutschler den Dank des Chores an Christoph Finckh überbringen. Lange Jahre habe er als einziger Tenor die Kantorei über Klippen hinweg gerettet. Es schätze ihn auf Grund seiner sängerischen Fähigkeiten. Er könne vom Blatt singen und so jemand brauche man, an den man sich anhängen könne. Finckh erzählte, dass er seit seinem ersten Singen an Heilig Abend 1941 nie den Auftritt an diesem Tag ausgelassen habe. Von den Verbänden der ev. Kirchenchöre und der ev. Kirchenmusik wurde sein langjähriges Engagement in zwei Urkunden gewürdigt. Für 40 Jahre Singen, davon 31 Jahre als Chorleiterin und 35 Jahre Organistendienst durfte Erika Rieder eine besondere Auszeichnung entgegennehmen. Mutschler erinnerte an die Anfänge. Finden wir jemand als Leiter? Beifall begleitete den Dank des Chores, "es passt, wir sind alle glücklich und froh". Die Orgel gehöre zu ihrem Leben, sie mache es wahnsinnig gern, bestätigte Rieder. Auch ihr konnte Mutschler die Anerkennung der ev. Kirchenmusik Württemberg und des Chorverbands der Ev. Kirchenchöre Deutschlands für ihren Einsatz überreichen. Weitere Beiträge rundeten den vergnüglichen Teil ab.

Konzert der Bauder-Kantorei am Sonntag, 20.11.2016

Als Höhepunkt ihrer diesjährigen Aktivitäten krönte die Bauder-Kantorei unter Leitung von Erika Rieder ein Chor-Projekt unter dem Motto „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“ mit einem abschließenden Konzert am Totensonntag in der Sulzer Stadtkirche.

Das Programm umfasste drei geistliche Chor-Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, ein Frauenstimmen-Terzett und eine Alt-Arie aus dessen Oratorium Elias sowie die berühmte Messe D-Dur op.86 von Antonin Dvorak in der Orgelfassung.

Für dieses Instrument konnte als gewohnt souveräner und einfühlsamer Begleiter der in Sulz wohlbekannte Oberndorfer Kantor Michael Link gewonnen werden.

Als Gesangssolisten glänzten nicht minder Kristina Röhrig (Sopran), Ruth Fink (Sopran), Christiane Zeeb (Alt), Tobias Haas (Tenor) und Wolfgang Lacha (Bass).

Dekan Ulrich Vallon las von der Kanzel zwischen einzelnen Musik-Beiträgen besinnliche Texte, passend zum Konzert-Motto und zum Ende des Kirchenjahres.

Dem hohen musikalischen Anspruch der ausgewählten Werke angemessen, hatten die Proben unter der Mitwirkung zahlreicher Gast-Sängerinnen und –Sänger bereits Ende Mai 2016 begonnen und neben den wöchentlichen Dienstags-Proben auch wieder etliche Samstag-Nachmittage beansprucht.

Der sehr gute Publikumszuspruch, die vielen positiven Rückmeldungen aus Presse und Zuhörerschaft sowie das erfreuliche Spenden-Aufkommen am Ende des Konzerts belohnten auch dieses Mal die Bemühungen und das Engagement der Mitwirkenden.

„Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“

Konzert der Bauder-Kantorei

am Ewigkeitssonntag 20. November 2016

um 17 Uhr in unserer Stadtkirche

 

Es singt und klingt wieder aus dem Gemeindehaus, denn die Bauder-Kantorei bereitet sich derzeit auf das Konzert zum Ewigkeitssonntag vor.

Es steht diesmal unter dem Thema „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“.

Zur Aufführung kommen verschiedene Vokalwerke von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Das bekannte achtstimmige Stück „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir “aus dem Oratorium „Elias“ bildet sicherlich schon einen Höhepunkt des Konzertes.

Außerdem wird die Motette „Aus tiefer Not ruf ich zu dir“ und der Chorsatz „Verleih uns Frieden“, beides Stücke nach Texten von Martin Luther, zu hören sein.

Sicherlich ein Hörgenuss der besonderen Art wird die Messe in D-Dur von Antonin Dvorák. Diese Messe wurde „ein in seiner Art einmaliges Meisterwerk der Spätromantik“ genannt.

Doch Dvorák schrieb die Messe als sein persönliches Zeugnis von „Glaube, Hoffnung und Liebe zu Gott“ und er schrieb sie „zur Ehre unserer Kunst“.

Diesem doppelten und hohen Anspruch wird das Werk ohne jede Anmaßung gerecht. Mit seinen traditionellen Formen und erprobten satztechnischen Mustern, den manchmal fast volkstümlich bzw. volksliedhaft geprägten Gedanken und dem harmonischen Reichtum spricht das Stück die Zuhörer unmittelbar an.

Komponiert wurde die Messe für die Einweihung der Schlosskapelle im böhmischen Luzany. Die Uraufführung der Messe am 11. November 1887 leitete Dvorák selbst.

Die Solopartien werden von Kristina Röhrig (Sopran), Christine Zeeb (Alt), Tobias Haas (Tenor) und Wolfgang Lacha (Bass) gesungen.

Begleitet wird die Bauder-Kantorei an der Orgel von Michael Link.

Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei. Zur Deckung der Unkosten bitten wir jedoch um eine Spende.

Herzliche Einladung.

Ihre Bauder-Kantorei

Die Bauder-Kantorei informiert- Wellness mit Singen!!!

Endlich ist mir ein geeigneter Bericht über die vielen Vorteile des Singens in die Hände gekommen. Erschienen im BONUS-Heft der Volksbank Rottweil. Wellness – das Schlagwort in der heutigen Zeit. Jeder und jede rennt zum Fitness-Studio, in die Wellness-Oase,ins Solarium und, und … schwitzt und hetzt sich ab nur um gesund und fit zu bleiben. Dabei ist es doch viel einfacher: Man braucht dazu keine Badelandschaft und kein Fitnesscenter, ja noch nicht einmal ein ausgearbeitetes Programm. Nur eines ist nötig, und das hat man immer bei sich: Die eigene Stimme !!!!

Der Körper entspannt sich. Die Stimmung steigt. Wer gerne singt, erfährt regelmäßig, dass diese Beschäftigung wohltuend ist. Neue Studien weisen den gesundheitlichen Wert des Singens jetzt auch wissenschaftlich nach. Es fördert die Durchblutung, stärkt das Immunsystem und regt Herz und Kreislauf an. Sogar das Risiko für Demenz und Schlaganfälle sinkt. Auch bleibt die innere Ausgeglichenheit nicht verborgen. „

„Zusammengekniffene Lippen werden weicher, angespannte Augen wirken groß und strahlend, eingefallene Wangen wirken voller und sind bei einigen sichtbar besser durchblutet“ so die Musikdozentin Martina Freytag.

Sind das nicht alles gute Gründe um sofort und heute noch mit dem Singen zu beginnen.
Wir von der Bauder-Kantorei Sulz freuen uns über jede neue Sängerin und noch mehr über jeden neuen Sänger. Oft haben unsere Frauen vom Vorstand und unsere Dirigentin schon eingeladen und gebeten doch mitzusingen – bisher erfolglos. Versuchen Sie es doch einmal und Sie werden die Erfahrung machen, dass die oben genannten Ausführungen zutreffen. Sie werden begeistert sein und sich ärgern, dass Sie nicht bereits früher mit dem Singen begonnen haben. Es ist nie zu spät, seine eigene Stimme neu zu entdecken. „Wer sprechen kann, kann auch singen“ so die Erfahrung der Gestalttherapeutin Cordelia Zipperling – sie arbeitet in Bonn mit Menschen die es leid sind zu hören, dass sie schief singen.

Zur Chorprobe der Bauder-Kantorei, die jeden Dienstag im evangelischen Gemeindehaus von 20.00 bis 21.30 Uhr stattfindet, sind auch Sie herzlich eingeladen. Ab 19.30 Uhr besteht die Möglichkeit in der Sing-Werkstatt der Bauder-Kantorei kostenlos an der Stimmbildung teilzunehmen.

Also bis auf bald im Chor !!!!