Verabschiedung Pfarrer Schärer am 03. April 2016

Gottesdienst zur Verabschiedung von Pfarrer Eckhard Schärer am Sonntag, 03.04.2016 in der Stadtkirche Sulz

Am Sonntag „Quasimodogeniti“, dem 3.April 2016, verabschiedeten sich Pfarrer Eckhard Schärer und seine Frau Carola Schärer nach nahezu 22-jährigem Wirken in Sulz und in den letzten Jahren auch in Holzhausen.

Der gemeinsame Festgottesdienst in der zahlreich besuchten Sulzer Stadtkirche war dem besonderen Anlass entsprechend musikalisch reich ausgestaltet.

Zur Eröffnung lies der vereinigte Posaunenchor Sulz und Holzhausen unter der Leitung von Christine Rauch das volltönende, vielstimmige „Trumpet Voluntary“ von Jeremiah Clarke erklingen.

Die Schriftlesung Johannes 20, 19-29 umrahmte dann die Bauder-Kantorei unter der Leitung von Erika Rieder mit der höchst anspruchsvollen Choralkantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, bestehend aus drei Chorsätzen und einer Sopran-Arie, vorgetragen von Ruth Fink. Begleitet wurden die Sängerinnen und Sänger von einem Streichquartett aus Mitgliedern der Familie Schneider.

Die Predigt von Pfarrer Schärer über 1.Petrus, 3-9, in der immer wieder Reminiszenzen an seine Sulzer Zeit anklangen, mündete schließlich in die ermutigende Botschaft: „Jeder von uns ist eine lebendige Hoffnung Gottes“. Nach der von der ganzen Gemeinde machtvoll gesungenen Osterbotschaft „Christ ist erstanden“ endete der Gottesdienst besinnlich mit einem Nachspiel des Gesamtposaunenchors zu „Der Herr segne und behüte dich“ von John Rutter.

Zum persönlichen Abschiednehmen hatte die Evangelische Kirchengemeinde Holzhausen im Chorraum einen Stehempfang mit reichhaltigem Kalten Büffet vorbereitet. Viele Besucher und Mitwirkende des Gottesdienstes nutzten die Gelegenheit, sich mit einem Händedruck und einem kurzen Gespräch von Eckhard und Carola Schärer zu verabschieden.

Mit einem Chorbeitrag der Singstunde unter der Leitung von Kristina Röhrig wurden die Gottesdienstbesucher nach geraumer Zeit wieder in die Kirchenbänke zurück gerufen, um den von Dekan Vallon moderierten offiziellen Grußworten zu lauschen.

Für die Stadt Sulz bedankte sich Cornelia Bitzer-Hildebrandt in Vertretung von Bürgermeister Hieber bei Pfarrer Schärer insbesondere für dessen segensreiches Wirken als Seelsorger in Krankenhaus und Pflegeheim. Auch sei er bei privaten Besuchen ein immer gern gesehener und oft auch erwarteter Gast gewesen. In ihre Würdigung bezog die stellvertretende Bürgermeisterin die Pfarrersgattin Carola Schärer mit ein, die als Chorleiterin, Gesangslehrerin und Sopran-Solistin das kulturelle Leben in Sulz bereichert habe. Als bleibende Erinnerung erhielt das Ehepaar Schärer eine Ansicht der Ruine Albeck aus dem Atelier des Glatter Künstlers Norbert Stockhus.

Schulleiterin Katharina Lucke-Bauer vom Albeck-Gymnasium bezeichnete Eckhard Schärer als engagierten und anspruchsvollen Religionslehrer, der vor allem den Abiturienten über viele Jahre nicht nur das nötige Wissen, sondern auch Werte und Orientierung vermittelt habe. Sie betonte in ihrer Ansprache die ihres Erachtens wichtige gesellschaftliche Kooperation von Staat und Kirche und das nicht nur im Bereich des Religions-Unterrichts. Als persönliches Geschenk überreichte sie Aufnahmen ihres als Kirchenmusiker tätigen Bruders.

Überleitend zu den weiteren Wortbeiträgen verabschiedete sich die Musiker-Familie Schneider auf ihre Art mit dem Vortrag des berühmten Menuetts aus dem Streichquintett A-Dur von Luigi Boccherini.

Im Namen der katholischen Schwestergemeinde St.Johann sprach anschließend deren Wortgottesdienstleiter Paul T. Müller in Vertretung von Pfarrer Lokay sein Lob aus für die „wohltuende Zusammenarbeit“ im Bereich der Ökumene. Zusammen mit seiner Frau Sylvia sang er einen Abschieds-Segen für das Ehepaar Schärer und überreichte als Geschenk ein Großdruck-Exemplar des Gotteslobs, „da wir ja alle nicht jünger werden“ und es vielleicht auch in der neuen Gemeinde Oberaichen ökumenische Gottesdienste geben werde.

Auch die Erzieherinnen des Evangelischen Kindergartens verabschiedeten sich mit einem Lied. Leiterin Beate Roehse erinnerte sich gerne an ihre erste Begegnung mit der damaligen „Kindergarten-Mutti“ Carola Schärer. In Zukunft würden ihnen „das jederzeit hörende Ohr“, der scharfe Blick, die Rückenstärkung und die tröstenden und aufbauenden Worte ihres „Vorgesetzten“ Eckhard Schärer sehr fehlen.

Für den Kirchengemeinderat Holzhausen brachte dessen Vorsitzende Ruth Lebold ihr Bedauern über den Weggang Eckard Schärers zum Ausdruck, von dem sich ihre Gemeinde in den zurückliegenden beiden „pfarrerlosen“ Jahren bestens betreut gefühlt hätten.

Das letzte Grußwort für die Kirchengemeinde und den Kirchenbezirk Sulz übernahm Dekan Ulrich Vallon selbst. Er könne den „klugen, forschenden, neugierigen und bescheidenen“ Pfarrer Eckhard Schärer, den „Formulierungskünstler“, den „wohltuend offenen, inspirierenden und immer ehrlichen Charakter“ nur schweren Herzens verabschieden. Er verliere mit ihm nicht nur den geschätzten Kollegen im Pfarramt, sondern auch den hoch gebildeten Lehrer und Theologen, den beliebten Seelsorger, der in den Jahren seiner Anwesenheit in Sulz vielen Menschen gut getan habe. Ebenso würdigte er Eckhard Schärers langjährige aktive Mitwirkung in der Erwachsenenbildung der Kirchenbezirke Balingen und Sulz. Als Abschiedsgeschenk überreichte er dem Ehepaar Schärer einen Gutschein mit der Berechtigung, sich aus dem Nachlass von Kunstmaler Reinhold Fendrich ein Werk nach ihrem Geschmack auszusuchen.

Zum Schlusswort des offiziellen Teils kam dann Eckhard Schärer selbst nach vorne. „Alles ist für mich zu viel der Ehre. Ich freue mich, wie mich die anderen sehen, erkenne mich aber selbst nicht wieder.“ Sichtlich bewegt richtete er einen letzten Gruß an seine Gemeinde und die vielen Besucher: „Ich habe versucht, es recht zu machen. Danke für alles Gute, das Sie mir getan haben“. Die Veranstaltung war damit aber noch lange nicht zu Ende.

Der wieder aufgenommene Stehempfang im Chorraum erstreckte sich noch bis in den Nachmittag, bis sich dann auch die Letzten persönlich verabschiedet hatten.

Karl Mutschler