Posaunenchöre - eine evangelische "Spezialität" !

 

In der Evangelischen Landeskirche Württemberg musizieren 740 solcher Blechbläserchöre mit insgesamt 19.000 Bläserinnen und Bläsern zwischen 8 und 88 Jahren zum Lob Gottes und zur Freude der Menschen.
 
Die Posaunenchöre proben wöchentlich und musizieren regelmäßig in Gottesdiensten, in Krankenhäusern, Altenheimen oder bei Geburtstagsständchen. Sie bilden aber auch alle 2 Jahre beim Landesposaunentag den „größten Posaunenchor der Welt“.
 
Die württembergische Posaunenchorarbeit ist Teil des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg und leistet einen wichtigen Beitrag zur Jugendarbeit und zur Integration der Generationen.
 
Posaunenchöre werden meist von ehrenamtlichen Chorleitern geleitet.
Fünf hauptamtliche Posaunenwarte sind für die Fortbildungsangebote verantwortlich.
 
Hans-Ulrich Nonnenmann, Landesposaunenwart:
"Posaunenarbeit hat viele Facetten: es ist Jugendarbeit, es ist aber auch Erwachsenenarbeit - bei uns spielen Bläserinnen und Bläser "zwischen 8 und 88". Wir bieten Menschen aller Generationen eine geistige Heimat und eine lohnende Aufgabe: das Evangelium mit den ganz eigenen Mitteln der Musik weiterzutragen, öffentlich Stellung zu beziehen, in der Chorgemeinschaft Schritte im Glauben zu tun. Dies habe ich in meinem Leben selbst erfahren. Ich freue mich, dass ich mich als Hauptamtlicher dafür einsetzen kann, dass Posaunenarbeit eine lebendige Arbeitsform ist und bleibt!"
 

Unser Posaunenchor in Sulz

 

Wir proben immer freitags von 19.30 bis 21.00 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in der Kanalstraße.


Die Probe beginnt mit Lockerungs- und Einblasübungen,
danach erarbeiten wir uns neue Stücke, vertiefen bekannte Werke oder musizieren einfach "just for fun" was uns gerade gut gefällt.


Mit einem kurzen geistlichen Impuls und Gebet beschließen wir den offiziellen Teil der Probe, danach ist Zeit für Geselliges...


Kontakt: Christine Rauch, Tel.: 07454/407680 (tagsüber)

             Sabine Hodler, Tel.: 07454/9809440 (AB)


Bläserische Ausbildung

 

Momentan werden bei uns mehrere Jungbläser/innen ausgebildet.


Dabei spielt das Alter der "Jungbläser" eine sehr untergeordnete Rolle - ob schon ab ca. 8 Jahren, als "Ü30" oder auch "Best-Ager" ....
wir freuen uns über alle, die Spass am Musizieren mitbringen - rufen Sie einfach an.

40 Jahre Posaunenchor Sulz am 18. Oktober 2015

Zur Geschichte des Posaunenchors Sulz

Die Gründung des Sulzer Posaunenchors vollzog sich in zwei Stufen. Zunächst sprach der damals in Sulz lebende Diakon Ernst Weihing, selbst Trompeter, interessierte Jugendliche im Alter von 8 bis 14 Jahren an, die dann ab April 1975 in seinem Keller in der Jahnstraße probten. Die damaligen acht Jungbläser waren Eberhard Engler, Michael Fendrich, Ulrich Hartmann, Jürgen Rempis, Frank Ruthardt, Stephan Ruthardt, Wolfgang Schrön und Reiner Steeb. Als zweiten Schritt trafen sich im September 1975 die etwas reiferen und geübteren Bläser Hans-M. Härter, Manfred Knispel, Ulrich Rempis, Karl Springer und Ernst Weihing zum ersten Zusammenspiel. Nach kurzer Zeit wurden die Jungbläser in diese Gruppe aufgenommen und am ersten Advent 1975 konnte der erste öffentliche Auftritt stattfinden. Im Jahr 1980 konnte dann, bedingt durch den Wegzug von Ernst Weihing, in Hubert Rauch aus Vöhringen ein neuer Chorleiter gefunden werden, der mit großem Engagement, Gespür für die Jugend und musikalischem Können dem Chor für die nächsten fast zwei Jahrzehnte sein Gepräge gab. Nach dessen überraschendem und viel zu frühem Tod im Februar 1997 wurde die Chorleitung dankenswerterweise von seiner Tochter Christine Rauch übernommen und von ihr erfolgreich bis 2012 fortgeführt. Im Verlauf dieser Jahre hat sich das Repertoire aller Posaunenchöre von den anfangs gespielten Chorälen und klassischen Bläsersätzen bis hin zu modernen Arrangements von Gospel, Jazz und Pop enorm weiter entwickelt. Seit 2012 werden die Proben des Sulzer Posaunenchors von Sabine Hodler geleitet. Da sie und auch Christine Rauch liebend gerne selbst im Chor mitspielen, werden zu besonderen Anlässen, wie zur Konfirmation oder jetzt zum Jubiläums-Gottesdienst, häufig Gastdirigenten wie Daniel Bleibel, Manfred Knispel und Martin Schneider engagiert.

40 Jahre Posaunenchor Sulz – Grußwort am 18.10.2015

Ja, lieber Posaunenchor, ich will gar nicht erst anfangen über den 40. Geburtstag zu räsonieren, vermutlich haben es vor mir schon andere getan, denn es ist schwierig, den einzelnen Schwaben, der, man weiß nicht: ist es Understatement oder doch Überheblichkeit, in diesem Alter erst gescheit zu werden vorgibt, mit einer Gruppe von Schwaben zu vergleichen, die jedenfalls nicht gescheit zu werden braucht, weil sie schon etwas Gescheites ist. Gescheit werden: Was sollte das auch heißen, bei einer Institution. Institutionen sind keine Personen. Sie umspannen sie. Was sollte das auch heißen, bei einer Gruppe, die es fertig bringt, sich Posaunenchor zu nennen und also schon im Namen das andere Blech der Gruppe zu unterdrücken. Einer Institution, die sich aufbläst, um der Ge-meinde den Marsch zu blasen, was soviel heißt wie: Sie in Bewegung zu bringen. Oder, anders ausgedrückt, die die Gemeinde hindert, in den Schlaf zu sinken. Beileibe, an Schlaf ist nicht zu denken, wenn dieser Chor die Backen plustert. Ich verrate vermutlich nichts Neues, wenn ich denn also nur erinnere, dass sich die Posaunenchorarbeit der Erweckungsbewegung verdankt. Des Näheren dem Pietismus der Böhmischen Brüder, genannt Herrnhuter. Wer weiß, vielleicht ist der Name Erweckungsbewegung überhaupt nur den Posaunen und Trompeten zu verdanken, die die Leute damals aus dem Schlaf der Sicherheit der angeblich aufgeklärten Vernunft und den Träumen der Bequemlichkeit eines scheinbar durchdachten Lebens gepustet haben. Da mag sich Zinzendorf gedacht haben, genau das ist es, so muss man die Leute aufstöbern, so muss man ihnen den Marsch blasen – heraus, heraus, nichts wie raus aus der Lethargie der selbstverschuldeten Mündigkeit. Verkündigung war denn das gesteckte Ziel der Posaunenchöre. Nicht etwa musikali-sche Unterhaltung. Man nahm damit eine alte Tradition des alten Israel auf, die eben auch schon die Verkündigung vor die musikalische Unterhaltung stellte. Musikalisch wird man einwenden müssen: Genau so wird es auch geklungen haben. Das hat sich geändert. Gründlich. Dieser Posaunenchor mag freilich auch seinen Ver-kündigungsauftrag wahr- und ernstnehmen, aber darunter leidet jedenfalls nicht der musikalische Anspruch. Es ist ein Vergnügen, ihn zu hören, es ist ein Vergnügen, ich wage zu sagen, eine Ehre mit ihm zusammen zu arbeiten, Gottesdienste zu feiern, die zu einem nicht unerheblichen Maße durch diesen Chor zu Feiern werden, zu Festen also. Ich mag mir keine Konfirmationsgottesdienste, um nur diese eine Variante zu nennen, vorstellen, ohne diesen Chor. Schon die ersten Töne zeugen davon: Wenn sich das Blech erhebt, dann geht ein Ruck durch die nervös vor dem Portal wartenden und hüstelnden Konfirmanden und sie nehmen, welch wunderbares Wunder, Haltung an. Als würden sie stramm stehen wollen oder geradezu, einem inneren Drang und äuße-ren Ruf folgend, strammstehen müssen. Erweckung also auch hier. So ziehen sie denn ein, die Konfirmanden, in Richtung Altar, dem Allerheiligsten zu. Was für ein Wandel der Verhältnisse oder was für eine Spannbreite. Als Mozart die Posaunen erklingen lässt, da heißt es für einen Don Giovanni noch: Ab in die Hölle, dahin nämlich führt der Weg, von Posaunen begleitet, hier aber soll es nicht Höllen-fahrt, sondern geradezu Himmelfahrt sein. Im Ernst: Die schiere Lautstärke und der strahlend festliche Klang haben nicht allein erweckende, sondern mehr als das: sie haben erhebende Wirkung. Das will man, hat man‘s einmal verschmeckt, nicht mehr missen. Zudem: Selten verbindet sich stimmi-ger das Strahlend-Festliche, das Erhebende und das Leichte, das Freundlich-Heitere, jedenfalls in letzter Zeit. Man kann also auch mit dem Blech und aus ihm Humor ver-strömen. Auch das gehört, glaube ich, mit zur Erweckung, auf jeden Fall aber zur Er-bauung. Man kann dazu nur gratulieren, dazu stehe ich denn hier, nicht zum Räsonieren, zum Gratulieren. Nicht allein zu 40 Jahren, was wäre auch die bloße Ansammlung der Jahre, sondern zu dem, was in den 40 Jahren daraus geworden ist. Und nicht allein meine Glückwünsche will ich vortragen, nachtragen will ich meine Dankbarkeit: Danke für gutes Geleit, ja für moderates Anfeuern des manchmal schleppenden Gemeindege-sangs, Danke, für brillante und amüsante Vor-, Nach- und auch Zwischenspiele, und Danke auch schon mal für das Mittagessen gleich.

(Pfr. Eckhard Schärer)

40 Jahre Posaunenchor Sulz - Dank an Sabine Hodler

Liebe Sabine,

als Vertreter unseres Jubel-Posaunenchors habe ich jetzt die Freude, Dich selbst zu ehren und dir im Namen aller Dankeschön zu sagen. Ehrungen sind an sich etwas sehr Schönes, wenn sie allerdings mit einem Abschied verbunden sind, mischt sich manch bittere Träne in den Freudenbecher. Wie wir gehört haben, bist Du bereits nach Altensteig umgezogen, willst aber dennoch bis zur Churchnight mit uns weiter musizieren. Einen geeigneteren Rahmen als dieses 40-jährige Jubiläum werden wir allerdings bis dahin schwerlich finden, um Deine Verdienste für unseren Sulzer Posaunenchor angemessen zu würdigen. Vor 13 Jahren hast Du dich uns als Trompeterin angeschlossen, aber nicht etwa als eine unter vielen. Im Bereich des Bigband-Jazz, in dem ich selber schon viel länger zugange bin als im Posaunenchorwesen, weiß ein jeder, dass es neben zwei, drei anderen eine herausgehobene Position gibt, die die Qualität und das Niveau eines Ensembles wiederspiegelt, nämlich die der 1.Trompete, der sogenannten „Lead-Trompete“. Diese ausgezeichnete Rolle hast Du in all den 13 Jahren bei uns bravourös verkörpert mit Deiner brillanten Technik, Deinem kernigen Sound und Deinem zupackenden Elan. Als es vor 4 Jahren durch traurige Umstände plötzlich notwendig war, unsere Chorleiterstelle neu zu besetzen, hast Du sogleich das Zepter übernommen und seither mit viel Engagement, fachlicher Kompetenz und auch mit der nötigen Strenge unseren Posaunenchor geformt und weiter entwickelt. Von Deinen pädagogischen Fähigkeiten zeugt auch die Tatsache, dass etliche der von Dir unterrichteten Jung-Trompeter in kürzester Zeit in den Chor integriert werden konnten, was mich bei jeder Probe immer wieder von neuem erstaunt. Mit Deinem Abschied, liebe Sabine, beginnt nun wieder ein neues Kapitel unserer 40-jährigen Chor-Geschichte. Die Übungsleiter-Position wird Gott-sei-Dank nicht verwaist zurück bleiben und für den einen oder anderen Jung-Trompeter müsste es eigentlich ein Ansporn sein, über kurz oder lang in Deine zwar großen Fußstapfen als führende Stimme hineinzuwachsen. Liebe Sabine – vielen herzlichen Dank für Deine segensreiche Zeit in unserem Posaunenchor. Mögen Dir für Deine Zukunft und in neuer Umgebung ähnliche Aufgaben und Wirkungsfelder beschieden sein. Altensteig ist nicht aus der Welt, man wird sich hoffentlich immer wieder sehen. Neben unserem Dankgeschenk mache ich Dir hiermit das Angebot, Dich in die Liste unserer Gast-Dirigenten einzureihen. Karl Mutschler

Gesegnetes Neues Jahr wünscht der Posaunenchor Sulz!

Heiligabend 2014 beim Weihnachtsliederblasen im Pflegeheim Am Stockenberg