Vom "Bauderverein" zur "Bauder-Kantorei"
Im Sulzer Jubiläumsjahr – 725 Jahre Markt- und Stadtrechte – werden viele Aktivitäten entwickelt, um die Bedeutung und Entwicklung unserer Stadt durch diese Verleihung in Erinnerung zu bringen.
Auch die „Bauder-Kantorei Sulz“, die bis vor kurzem noch als „Bauderverein“ das kirchliche Leben in Sulz bereicherte, wird ihren Teil dazu beitragen.
Die Namensänderung vom „Verein“ zur „Kantorei“ passt gut in das Jubiläumsjahr. Hat doch unser evang. Kirchenchor durch die Namensgeberin „Christiane Gottliebin Bauder“ einen sehr engen Bezug zur Sulzer Stadt-geschichte. Ihrem Vater „Dekan Johann Georg Bauder“ wurde 1793 vom Sulzer Magistrat das Dekanatsamt mit 18 Pfarreien übertragen. Als 1794 der große alles vernichtende Stadtbrand unsagbares Elend über Sulz brachte, richtete Dekan Bauder u.a. mit seiner weit über die Region hinaus Beachtung findenden „Brandpredigt“ die Bevölkerung wieder auf und gab ihr Trost und Hoffnung.
Tochter Christiane Gottliebin Bauder hatte Not, Elend und Verzweiflung der Menschen, aber auch deren unbeschreibliche Zuversicht und Tatkraft als 18-jährige miterlebt. Beeindruckt von dem Wiederaufbau und aus Verbundenheit zu ihrer Stadt und deren Menschen, wollte auch sie etwas Bleibendes schaffen. So gründete sie 1817 als 40-jährige eine Stiftung zur „Beförderung des religiosen Gesangs“. Es entstand die „Bauder’sche Gesangsanstalt“ die mit einigen Jahren Unterbrechung auch heute noch als „ältester Kirchenchor Württembergs“ aktiv ist.
Da unter der Bezeichnung „Verein“ nicht unbedingt das Wirken eines Kirchenchores zu vermuten ist, wurde nunmehr das von Christiane Gottliebin Bauder formulierte Stiftungsziel in der neuen Namensgebung „Bauder-Kantorei“ transparenter.
Was ist eigentlich eine Kantorei?
Der Begriff „Kantorei“ hat seinen Ursprung bereits im 16. Jahrhundert. Hauptaufgabe der Kantoreien war die Aufführung von anspruchsvoller mehrstimmiger Kirchenmusik bei Gottesdiensten, Hochzeiten und Beerdi-gungen. Durch die kirchenmusikalische Erneuerungsbewegung im 20. Jahrhundert ist diese Bezeichnung heute für evangelische Kirchenchöre wieder häufiger gebräuchlich.
Die Sulzer Bauder-Kantorei wird bestrebt sein, den hohen Ansprüchen einer guten Kantorei stets gerecht zu werden.
Die Stifterin Christiane Gottliebin Bauder hätte bestimmt ihre Freude an dem Wirken der Bauder-Kantorei.

Bauder-Kantorei Sulz
45 Chormitglieder treffen sich dienstags von 20.00 Uhr bis 21.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in der Kanalstraße zur Probe. (Ab 19.30 Uhr treffen wir uns zur "freiwilligen" Stimmbildung.)
Die Chorsänger/-innen sehen ihre Hauptaufgabe darin, Gottesdienste an Sonn- und Festtagen etwa 12 mal im Jahr musikalisch mitzugestalten und mit ihrem Singen Gott zu loben.
Chorsätze aus verschiedenen Epochen werden einstudiert. Aufführungen von umfangreichen Kompositionen (z.B. Kantaten, J.S. Bachs Weihnachtsoratorium, Mozart-Messen, Mendelsohn-Motetten u.a.) mit verstärktem Chor und Orchesterbesetzung bilden Höhepunkte in der Chorarbeit.
Familienabend, Ausflüge, Eis essen vor den Sommerferien und adventliche Besinnung tragen zur Geselligkeit bei.
Singen macht Freude
Singen ist gesund
Singen tröstet
Singen muntert auf
Singen macht fröhlich
Singen bildet gute Gemeinschaft
Herzliche Einladung !!!
Kontaktadressen:
Chorleiterin Erika Rieder, Telefon 07423/4453
Vorstand:
Marianne Frick, Telefon 07454/4723
Hildegard Holtzhausen, Telefon 07454/3328
Termine 2012:
29.01. Singen im Gottesdienst
04.03. Singen im Gottesdienst
11.03. Singen im Gottesdienst in Holzhausen
31.03. Samstagsprobe für Karfreitagsgottesdienst
14.30 Uhr im Gemeindehaus
03.04. Singen bei der Passionsandacht
06.04. Singen im Gottesdienst zum Karfreitag
21.04. Samstagsprobe für GD Verabschiedung Dekan Stoll
22.04. Singen im Gottesdienst Verabschiedung Dekan Stol
06.05. Singen Gottesdienst - Sonnntag Kantate
17.06. Singen im Gottesdienst
22.07. Singen im Gottesdienst
16.09. Singen im Gottesdienst
16.09. Bezirksgesangstag in Schramberg - nachmittags
21.10. Singen im Gottesdienst
25.11. Singen im Gottesdienst - Ewigkeitssonntag
02.12. Singen im Gottesdienst - 1. Advent
24.12. Singen im Gottesdienst - Hlg. Abend
Die Bauder-Kantorei informiert- Wellness mit Singen!!!
Endlich ist mir ein geeigneter Bericht über die vielen Vorteile des Singens in die Hände gekommen. Erschienen im BONUS-Heft der Volksbank Rottweil. Wellness – das Schlagwort in der heutigen Zeit. Jeder und jede rennt zum Fitness-Studio, in die Wellness-Oase,ins Solarium und, und … schwitzt und hetzt sich ab nur um gesund und fit zu bleiben. Dabei ist es doch viel einfacher: Man braucht dazu keine Badelandschaft und kein Fitnesscenter, ja noch nicht einmal ein ausgearbeitetes Programm. Nur eines ist nötig, und das hat man immer bei sich: Die eigene Stimme !!!!
Der Körper entspannt sich. Die Stimmung steigt. Wer gerne singt, erfährt regelmäßig, dass diese Beschäftigung wohltuend ist. Neue Studien weisen den gesundheitlichen Wert des Singens jetzt auch wissenschaftlich nach. Es fördert die Durchblutung, stärkt das Immunsystem und regt Herz und Kreislauf an. Sogar das Risiko für Demenz und Schlaganfälle sinkt. Auch bleibt die innere Ausgeglichenheit nicht verborgen. „
„Zusammengekniffene Lippen werden weicher, angespannte Augen wirken groß und strahlend, eingefallene Wangen wirken voller und sind bei einigen sichtbar besser durchblutet“ so die Musikdozentin Martina Freytag.
Sind das nicht alles gute Gründe um sofort und heute noch mit dem Singen zu beginnen.
Wir von der Bauder-Kantorei Sulz freuen uns über jede neue Sängerin und noch mehr über jeden neuen Sänger. Oft haben unsere Frauen vom Vorstand und unsere Dirigentin schon eingeladen und gebeten doch mitzusingen – bisher erfolglos. Versuchen Sie es doch einmal und Sie werden die Erfahrung machen, dass die oben genannten Ausführungen zutreffen. Sie werden begeistert sein und sich ärgern, dass Sie nicht bereits früher mit dem Singen begonnen haben. Es ist nie zu spät, seine eigene Stimme neu zu entdecken. „Wer sprechen kann, kann auch singen“ so die Erfahrung der Gestalttherapeutin Cordelia Zipperling – sie arbeitet in Bonn mit Menschen die es leid sind zu hören, dass sie schief singen.
Zur Chorprobe der Bauder-Kantorei, die jeden Dienstag im evangelischen Gemeindehaus von 20.00 bis 21.30 Uhr stattfindet, sind auch Sie herzlich eingeladen. Ab 19.30 Uhr besteht die Möglichkeit in der Sing-Werkstatt der Bauder-Kantorei kostenlos an der Stimmbildung teilzunehmen.
Also bis auf bald im Chor !!!!
Wachet auf ruft uns die Stimme!
Geistliche Abendmusik zum Ewigkeitssonntag
am 20. November 2011 um 17 Uhr in der Stadtkirche Sulz
Die Bauder-Kantorei Sulz und ein Instrumentalensemble führen am Ewigkeitssonntag die Kantate „Wachet auf ruft uns die Stimme“ BWV 140 von J.S. Bach auf.
Grundlage dieser Kantate ist das unvergleichliche Kirchenlied Philipp Nicolais. Bach hat die drei Strophen in ganz unterschiedlicher Weise umgesetzt. Der festliche Eingangschor (Vers 1) mit der Choralmelodie im Sopran und dem feierlichen Marschmotiv in den Instrumenten erinnert an einen Hochzeitszug. Hinzu kommt noch das zweite liebenswürdige und etwas zaghafte Motiv in dem
der Dreiklang der Liedweise anklingt. Neben der Choralmelodie und den instrumentalen Motiven bilden der Alt- Tenor und Baß eine dritte Ausdrucksreihe und haben den Sinn, die einzelnen Choralzeilen, die der Sopran völlig objektiv vorträgt, durch subjektive Ermunterungs- und Freudenrufe zu einen gegenwärtigen Erlebnis zu machen. Am Ende des Einganschores taucht die Choralweise schließlich ganz im Jubel der Erwartung unter – das können
Worte nicht beschreiben.
Nach dem Duett Bass/Sopran folgt nun die zweite Strophe des Liedes. Der Chortenor singt hier die Choralmelodie einstimmig und wird von den Streichern ebenfalls unisono begleitet. Die wunderbare Achtelthematik der Streicher umspielt die ruhevolle Choralmelodie des Tenors. Ein wirklich einzigartiges Stück.
Wenn dann schließlich am Ende das majestätische Es-Dur der dritten Choralstrophe aufsteigt und Zeile für Zeile, jede für sich ein schimmerndes Klangdenkmal aufgereckt wird, dann hat man wohl die Empfindung: hier versagt die Kraft des Sängerchores und der Instrumente: hier muss die ganze christliche Kirche aus voller Kehle miteinstimmen.
Außer dieser herrlichen Kantate erklingt noch Johann Christoph Friedrich Bachs Motette „Ich lieg und schlafe ganz mit Frieden“ nach Psalm 4,9 und der Strophe „Es ist noch eine Ruh vorhanden“ des Köthener Lieddichters J.S. Kunth. Diese schöne Motette ist sehr selten zu hören. Nutzen Sie daher die Gelegenheit am Ewigkeitssonntag das Stück kennenzulernen.
Neben diesen Chorstücken werden noch verschiedene Instrumentalstücke zu hören sein.
Herzliche Einladung zu dieser Abendmusik
Ihre Bauder-Kantorei
Mozart-Messe am 22. Mai 2011 in der Stadtkirche
Zu den wichtigsten Aufgaben der Bauder-Kantorei zählt unter anderem die Mitgestaltung der Gottesdienste. Ein ganz besonderer Gottesdienst im Kirchenjahr ist für den Chor der Sonntag „Kantate“ – „Singet dem Herrn.“
In diesem Jahr führt die Bauder-Kantorei am Sonntag Kantate die Missa brevis in F (KV 192) für Chor, Soli, Streicher und Orgel auf.
Die Messe war ursprünglich für den Salzburger Dom bestimmt. Stilistisch wird die Messe KV 192 in starkem Maße von der kontrapunktischen Schreibweise bestimmt. Zugleich erhalten die Singstimmen wieder größere Bedeutung. Mozart gelingt hier eine geradezu ungezwungene, natürliche Verschmelzung der traditionellen Elemente mit moderner Tonsprache und konzertanten Kompositionstechniken. Schon das Kyrie erweist sich als ein Meisterstück einer derartigen Verbindung. Solokonzerthauptsatzform, Kontrapunkt und zeitgemäß galante Melodik, obligat geführte Singstimmen und konzertante Instrumentenbehandlung wirken ineinander und wachsen zu einem einheitlichen Gefüge zusammen. In ähnlich organischer Weise wird im Sanctus ein altertümlich polyphoner Chorsatz in einen modern-konzertanten Orchestersatz gekleidet. Vokal- und Instrumentalpart ergänzen einander. Beschwingte Themen verwachsen im Hosanna ebenso mit fugalen Techniken wie andererseits im Benedictus das kantable, homophon wirkende Soloquartett mit unaufdringlichen imitatorischen Stimmführungen.
Die textreichen Sätze Gloria und Credo gliedern sich durch Wiederkehr einzelner Abschnitte nach dem Muster von Ritornell- und Rondoform, akkordische und polyphon aufgelockerte Partien wechseln miteinander ab. Allein das Agnus Dei verzichtet vollständig auf kontrapunktische Faktur.
Es wird stattdessen von expressiver Oberstimmenmelodik geprägt, die bisweilen dramatische Töne anschlägt. Das Dona nobis trägt volkstümlich liedhafte Züge. Als Relikt des alten Kirchenstils verbleibt lediglich der in Breven notiert Plagalschluss.
Eine ganz besondere Gestaltung kommt dem Credo zu. Mozart bedient sich dabei eines speziellen Verfahrens, dessen Wurzeln bis ins späte 17. Jahrhundert zurückgehen, der sogenannten Kehrstellentechnik. Ihr typisches Kennzeichen ist die mehrfache Wiederholung des anfänglichen Rufs „Credo credo“ im weiteren Verlauf des Satzes. In KV 192 läßt er insgesamt dreizehnmal das Thema des anfänglichen Credo-Rufs zum Teil in Varianten wiederkehren, viermal davon in Verbindung mit anderem Text.
Insgesamt erweist sich KV 192 als Markstein in Mozarts Auseinandersetzung mit dem kontrapunktischen Stil, welche in seinem Spätwerk schließlich so geniale Schöpfungen wie das Finale der Jupiter-Sinfonie zeitigen sollte.
Eine großartige Leistung ...
... boten die Sängerinnen und Sänger der Bauderkantorei Sulz am
Sonntag „Kantate“ im Gottesdienst. Die F-Dur Messe KV 192 von W.A. Mozart stand auf dem Programm. Musiziert haben die Mitglieder der Kantorei unter der Leitung von Erika Rieder zusammen mit Christine Schneider (Violine), Margarete Schaal (Viola), Martin
Schneider (Violoncello) und Matthias Schon an der Orgel.
Dass in der Bauderkantorei jedoch nicht nur rein klassische Werke gesungen werden, bewiesen die Sänger und Sängerinnen bereits eine Woche später im Gottesdienst anlässlich des Landesmissionsfestes. Dort wurden zwei moderne Lieder des Komponisten Klaus Heizmann mit Keyboardbegleitung präsentiert.