Ulrich Vallon, der neue Dekan für den Kirchenbezirk Sulz stellt sich vor:

Dekan Ulrich Vallon

Liebe Gemeindeglieder in Sulz am Neckar!

 

Liebe Mitchristen im Kirchenbezirk!

 

Vielleicht sind Sie auch so neugierig auf mich, wie ich neugierig bin auf all die kommenden Begegnungen mit Ihnen. Damit Sie sich schon einen kleinen Eindruck machen können, wer als Pfarrer und Dekan zu Ihnen kommt, erzähle ich Ihnen ein bisschen von mir.

 

Geboren bin ich 1959 in Ludwigsburg. Geprägt haben mich die waldensischen Wurzeln meiner Familie und das Motto der Waldenser. „Lux lucet in Tenebris“ – zu deutsch: „Das Licht leuchtet in der Dunkelheit“.

 

Schon in der Jungschar- und Freizeitarbeit, die ich mit viel Engagement im Evangelischen Jugendwerk Mühlacker übernommen hatte, war es mir wichtig, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene offen und ehrlich einander auf Augenhöhe begegnen und in solcher Atmosphäre auch Glauben geweckt und gelebt wird.

 

Nach dem Abitur studierte ich Evangelische Theologie in Tübingen. Als junges Ehepaar kamen meine Frau und ich dann nach Korntal, wo für mich an der Christuskirche das Vikariat begann. Dort wurde unser Sohn geboren. Anschließend lebten wir einige Jahre im Hohenlohischen, wo unsere Tochter zur Welt kam. In den Kirchengemeinden Schwäbisch Hall und Michelfeld sammelte ich schöne und wichtige Erfahrungen im ländlichen Raum.

 

Seit 1993 bin ich Pfarrer im Großraum Stuttgart. Die besonderen Herausforderungen der Kirche im Norden von Stuttgart spürte ich als Diakoniepfarrer ebenso wie im Amt eines geschäftsführenden Pfarrers, das ich seit 1998 begleite. Die letzten sieben Jahre war ich in der Kirchengemeinde Stuttgart-Rot und der Gesamtkirchengemeinde Himmelsleiter. Viele kirchliche Veränderungs- und Entwicklungsprozesse mussten aufgrund des Pfarrplanes und zurückgehender Gemeindegliederzahlen gestaltet werden. Mir war und ist es ein großes Anliegen, dass Kirchengemeinderäte und –rätinnen und alle Gemeindeglieder über anstehende Veränderungen möglichst umfassend informiert und auch beteiligt werden.

 

Zum 01. November 2012 übernehme ich die Aufgabe als Dekan im Kirchenbezirk Sulz. In den Herbstferien ziehen meine Frau Sabine Vallon, unsere beiden Kindern und ich in das Pfarrhaus in der Dekanatstraße 10 ein. Auch für unsere zwei erwachsenen Kinder, die studieren, wird das Elternhaus eine wichtige Anlaufstelle sein und bleiben.

 

Miteinander leben wir in einer Zeit, die auch für uns als Christen wie für die ganze Kirche, eine spannende Zeit ist. Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen, wie etwa der demographische Wandel, die Armutsfrage, die Möglichkeiten der Teilhabe, brauchen auch und gerade uns als ehrliche und glaubwürdige Botschafter des Evangeliums, dass Gott diese Welt und uns Menschen immer noch und immer weiter liebt und erhält.

 

Als Christenmenschen haben wir die Freiheit und die Verantwortung in unsere Gesellschaft hineinzuwirken und uns umgekehrt auf unseren Glauben ansprechen zu lassen. Beides möchte ich tun in dem Sinn, wie es uns der 1. Petrusbrief ans Herz legt: „Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist“. (1. Petrus 3, 15)

 

In diesem Sinn freue ich mich auf die Begegnungen mit Ihnen. Ich selbst bringe meine Neugierde mit, offene Ohren und den Glauben, dass Gott uns beauftragt „Licht der Welt zu sein“.

 

Ihr Dekan Ulrich Vallon

 

 

Der Gottesdienst zur Investitur von Dekan Ulrich Vallon findet am 11. November 2012 um 16.00 Uhr in der Stadtkirche Sulz statt. Sie alle sind herzlich eingeladen.

 

 

Einladung Investitur

Bericht vom Festgottesdienst zur Investitur von Dekan Ulrich Vallon

Foto: Schwarzwälder Bote

am Sonntag, 11. November 2012, 16.00 Uhr

von Karl Mutschler

Ulrich Vallon ist mit dem Datum des 11. November 2012 nun auch offiziell der Dekan des Kirchenbezirks Sulz.

 

Zu ungewohnter Gottesdienstzeit in der vollbesetzten Sulzer Stadtkirche wurde er von Prälat Dr. Christian Rose aus Reutlingen in sein neues Amt eingeführt.

  

Dass ausgerechnet ein Abschnitt aus dem alttestamentarischen Buch Hiob für diesen Sonntag an der Reihe war und damit seiner Antrittspredigt zu Grunde lag, er also mit einer „Hiobsbotschaft“ in Sulz antreten müsse, habe er sich wirklich nicht gewünscht, bekannte der neue Dekan zum Eingang seiner Predigt. Das oft zitierte und ebenso oft missdeutete Wort aus dem Hebräerbrief „Wen der Herr lieb hat, den züchtigt er“, vermittle bis in unsere Zeit hinein ein archaisch-naives patriarchalisch geprägtes Gottesbild, das mit demjenigen des Neuen Testaments nichts gemein habe.

  

Bereits vor der Predigt, im Rahmen der eigentlichen Investitur, konnten die zahlreichen Gottesdienstbesucher biografische Details zur Person des neuen Dekans erfahren. Er selbst hob in seiner kurzen Vorstellungsansprache die frühe christliche Prägung durch seine Eltern hervor, die ihm in der Erziehung wichtige Werte vermittelt hätten, wie Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, aber auch den Wunsch, Verantwortung zu übernehmen, sowie ein gutes Gespür für Gerechtigkeit.

 

Dekan Vallon nannte drei Wurzeln seines Glaubens: Zum Einen das Motto seiner waldensischen Vorfahren „Das Licht leuchtet in der Dunkelheit“, des Weiteren das Vorbild des bedeutenden Theologen Dietrich Bonhoeffer, sowie schließlich seine langjährigen prägenden Erfahrungen in der kirchlichen Jugendarbeit.

  

Heike Montini, die Kirchengemeinderatsvorsitzende seiner früheren Gemeinde in Stuttgart-Rot bescheinigte ihm einen wertschätzenden Umgang mit seinen Mitarbeitern und die Gabe, auf andere zugehen zu können. Für sein neues Amt besitze er auch die wichtige Fähigkeit, Sitzungen zielorientiert zu leiten.

 

Als weitere Sprecher wünschten die früheren Weggefährten Dekanin i.R. Wiebke Wähling und Pfarrer i.R. Karl Reicherter dem neuen Dekan eine gute Hand und Gottes Segen.

 

„Veränderungen werden auch in Sulz anstehen“, kündigte Prälat Dr. Rose an und er halte Ulrich Vallon für den dafür richtigen Mann am richtigen Ort.

 

„Als Gemeindeberater und erfahrener Moderator haben Sie an verschiedenen Orten Veränderungsprozesse begleitet und wissen genau, dass dieses behutsam aber doch zielstrebig angegangen werden muss“.

  

Der Investiturgottesdienst hatte eine ausgesprochen festliche und vielfältige musikalische Umrahmung.

 

Nach einer feierlichen Einzugsmusik von Georg Friedrich Händel, gespielt vom durch Bezirksbläser verstärkten Sulzer Posaunenchor unter der Leitung von Daniel Bleibel, rührten die Mitglieder des Chors der Behindertenhilfe Bruderhaus Diakonie die Gottesdienstbesucher mit ihrem spontan und beeindruckend vorgetragenen Lied „Laudato si“ zu dessen Refrain die Festgemeinde jeweils mit einstimmte .

 

Andächtige Stille herrschte beim von der Orgel begleiteten Sologesang der Sopranistin Carola Schärer mit „Der Herr ist mein Hirte“ von Antonin Dvorak.

 

Der vielköpfige, aus den Kantoreien Dornhan, Schramberg und Sulz zusammengestellte Chor unter der Leitung von Bezirkskantor und Kirchenmusikdirektor Reinhard Bauer war während des Gottesdienstes dreimal zu hören, insbesondere zum krönenden Abschluss mit einem klangmächtig vorgetragenen „Halleluja“ aus Händels Messias-Oratorium.

 

Daniel Bleibel und seine Bläser beendeten schließlich den offiziellen Teil der Investitur mit einer flott vorgetragenen „Switching Music“.

  

Nach kurzer Pause wurde die Veranstaltung in der Stadtkirche mit einer Reihe von Grußworten fortgesetzt. Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel aus Rottweil brachte dabei seine Freude zum Ausdruck, „dass ein guter Dekan zu uns kommt“. Der Sulzer Bürgermeister Gerd Hieber versicherte Vallon: „Sie haben mit Sulz eine gute Wahl getroffen“. Von katholischer Seite freute sich Pfarrer und stellvertretender Dekan Dr. Eberhard Eisele auf eine gedeihliche Fortsetzung der gemeinsamen ökumenischen Bestrebungen.

 

Auf die zuvor von Prälat Dr. Rose angesprochenen Veränderungen zielte die Ansprache des Vorsitzenden der Bezirkssynode Harald Müller ab. Er hoffe, dass der Kirchenbezirk Sulz bei den anstehenden Streichungen von Pfarrstellen nicht über Gebühr belastet werde. Eine gute Zusammenarbeit versprachen dem neuen Dekan schließlich der Sulzer Kirchengemeinderatsvorsitzende Karl Mutschler sowie der stellvertretende Dekan Dr. Markus Steinhilber

  

Die Pausen zwischen den Redebeiträgen wurden jeweils kurzweilig durch verschiedene musikalische Beiträge überbrückt.

  

Anschließend nutzten zahlreiche Gäste bei „Empfang und Begegnung“ im Chorraum der Stadtkirche bis in den späten Abend noch die Gelegenheit, den neuen Dekan Ulrich Vallon und seine Familie in persönlichem Gespräch näher kennen zu lernen.

 

Dienstbare Geister der Sulzer Kirchengemeinde um Kirchenpflegerin Traude Mangold hatten dafür auch etwas für das leibliche Wohl vorbereitet.

 

 

Willkommen in Sulz

Von der Kirchengemeinde ganz herzlich willkommen geheißen wurden Herr und Frau Vallon am Abend des 30. Oktobers.
Die Bauder-Kantorei, die sich vor dem Haus in der Dekanatstraße versammelt hatte, begrüßte die Neuankömmlinge mit den Liedern „Herr Gott, dich loben wir“ und „Der Herr mein Hirte“.
Der 2. Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Karl Mutschler, hieß das Ehepaar mit folgenden Worten willkommen:

Lieber Herr Dekan Vallon, liebe Frau Vallon,

beim Einzug in ein neues Heim ist es seit alters her Tradition, Brot und Salz zu schenken.
Brot und Salz gelten seit Menschengedenken als besonders kostbare Lebensmittel, die symbolisch für Wohlergehen, Sesshaftigkeit und Gemeinschaft stehen.
Bereits im Alten Testament wird dem Salz im mehrfach erwähnten „Salzbund“ eine zeichenhafte Kraft beigemessen.
Auch im Neuen Testament haben Salz und Brot eine zentrale Bedeutung,
so bittet man im Vaterunser um das tägliche Brot.
Jesus sagt im Johannes-Evangelium: „Ich bin das Brot des Lebens“ und bei Matthäus heißt es: „Ihr seid das Salz der Erde“.
Sicherlich haben Sie schon mitbekommen, welchen engen historischen Bezug ihr neuer Wohnort zum Salz hat, ist doch sogar der Ortsname „Sulz“ vom Salz abgeleitet.
Als besonderen Willkommensgruß möchten wir Ihnen zum Einzug in Ihr neues Heim Brot und Salz überreichen.
Seien Sie unser Brot und wir Ihr Salz, so werden wir gemeinsam ertragreiche und fruchtbare Jahre vor uns haben.

Unser weiteres Einzugsgeschenk, - ein Besen -, ist weitaus schwerer mit Ihrem neuen Amt in Verbindung zu bringen, - abgesehen von dem schon etwas abgedroschenen Sprichwort „Neue Besen kehren gut“.
Im alten China wurde das Wegfegen von Sorgen und Schwierigkeiten mit der Symbolik des Besens in Verbindung gebracht. In Tempeln wurden Besen zur symbolischen Reinigung verwendet.
Im Nahmen unseres Kirchengemeinderats, der Bauder-Kantorei und aller übrigen Gemeindeglieder wünsche ich Ihnen, lieber Herr Vallon, für Ihr neues Amt, dass Sie möglichst wenig zu bereinigen haben werden und dabei ein starkes Rückgrat, so fest und unverbieglich wie dieser Besenstiel.

„Sulzer Früchte“ überreichte eine Sängerin als Willkommensgruß und mit einem Blumenkorb überbrachte Ursula Eggenweiler die guten Wünsche des Frauengesprächskreises „Atempause 40+“.
Der Chor beendete sein Ständchen mit der „Abendruhe“ von W.A.Mozart.
Doch, ob das mit der Abendruhe bei Familie Vallon wohl klappte? Schließlich mussten noch Umzugskartons ausgepackt und das Haus eingerichtet werden.

Nun wünschen wir, dass sich Herr und Frau Vallon in Sulz wohlfühlen und recht bald heimisch werden.